Römische Münzen (3. Jh. v.Chr. – 5. Jh. n.Chr.)

Mehr als 500 Jahre beherrschte das Römische Reich einen Großteil der bekannten antiken Welt und prägte die Wirtschaft, Kunst und Kultur Europas. Auch in der Münzprägung und dem Geldwesen legten die Römer die Grundlage für viele spätere Entwicklungen. Vor dem Aufkommen einer einheitlichen Währung basierte der Handel auf zwei Wertformen: Rindern (pecus), von denen sich der römische Name für Geld (pecunia) ableitet, und unregelmäßig gegossenem Bronzebrocken, die als Aes rude bezeichnet werden.

Aes grave (Schwergeld) – die älteste römische Münze

Ab etwa 280 v.Chr. begann man, die Zahlungsmittel zu standardisieren, indem man die Barren zunächst mit Stempel versah (aes signatum). Die ältesten römischen Münzen wurden aus Bronze gegossen und werden als Schwergeld oder Aes grave bezeichnet. Sie tragen auf das As (= 1 Pfund) und die Unze (= 1/12 As) bezogene Wertzeichen. Diese Prägungen erwiesen sich in der Praxis jedoch als sehr unhandlich.

rom-aes-gave-um-335-bis-217-v-chr-mzst-rom-baertiger-januskopf-schiffsburg-prora

Rom, Aes grave, um 335-217 v.Chr., Mzst. Rom. Bärtiger Januskopf // Schiffsbug (Prora).

Der Denar als römische Hauptsilbermünze

Seit dem Jahr 211 v.Chr. wurde der Denar als römische Hauptsilbermünze im Wert von 10 (später 16) Assen geprägt. Im Laufe des 2. Jahrhunderts v. Chr. Erlaubte man  den Münzmeistern (Tresviri monetales), ihren Namen auf die Münzen zu setzen und das Münzbild zu bestimmen. Nicht selten wählten sie Motive, die sich auf ruhmvolle Taten der eigenen Vorfahren bezogen.

roemische-republik-caius-julius-caesar-denar-47-46-v-chr-mzst-in-africa-diademierte-kopf-der-venus-nach-rechts-aeneas-nach-links-mit-seinem-vater-anchises-auf-der-schulter-rechts-caesar

Römische Republik, Caius Iulius Caesar. Denar, 47-46 v.Chr., Mzst. in Africa. Diademierte Kopf der Venus nach rechts // Aeneas nach links mit seinem Vater Anchises auf der Schulter, rechts CAESAR.

roemische-republik-denar-211-bis-210-v-chr-behelmter-roma-kopf-nach-rechts-nach-rechts-reitende-dioskuren-castor-und-pollux-ueber-schriftzug-roma

Römische Republik, Denar. 211-210 v.Chr. Behelmter Roma-Kopf nach rechts // Nach rechts reitende Dioskuren Castor und Pollux über Schriftzug ROMA.

Römische Münzen tragen Porträt von Imperatoren

Im Jahre 44 v. Chr. Erhielt Gaius Julius Cäsar als erster Römer vom Senat das Recht, sein Porträt schon zu Lebzeiten auf eine Münze zu setzen. Seine Verbündeten und späteren Gegner Pompeius, Brutus und Antonius erscheinen nach seiner Ermordung ebenfalls auf römischen Münzen. Mit dem Ende der Republik und dem Beginn der Kaiserzeit begegnen uns die jeweiligen Imperatoren und ihre Familie (Gemahlinnen, Thronfolger und Mitregenten) auf den Münzen.

Aufbau des römischen Geldwesens

Das Geldwesen war auf Gold-, Silber- und Bronzemünzen aufgebaut. Neben dem goldenen Aureus wurde der silberne Denar sowie Sesterz, Dupondius, As uns Semis in Kupfer/Bronze emittiert. Die Legenden führen die Ehrentitel und Ämter des Kaisers mit Jahresangaben auf und sind insofern gut zu datieren.

roemische-republik-brutus-denar-42-v-chr-nordgriechenland-kopf-nach-rechts-pileus-zwischen-zwei-dolchen-darunter-das-datum-iden-des-maerz

Römische Republik. Brutus. Denar, 42 v. Chr., Nordgriechenland. Kopf nach rechts // Pileus (Freiheitshut) zwischen zwei Dolchen, darunter das Datum Iden des März.

roemische-kaiserzeit-tiberius-14-37-n-chr-denar-lugdunum-der-zinspfennig-aus-der-bibel

Römische Kaiserzeit, Tiberius, 14-37. Denar, Mzst. Lugdunum (Lyon). Der Zinspfennig aus der Bibel (sog. tribute penny)

roemische-kaiserzeit-antoninus-ii-marcus-aurelius-161-180-n-chr-fuer-commodus-aureus-175-176-rom-bueste-des-commodus-nach-rechts-nach-rechts-reitender-commodus

Römische Kaiserzeit, Antoninus II. Marcus Aurelius, 161-180 für Commodus. Aureus, 175/176, Mzst. Rom. Büste des Commodus nach rechts // Nach rechts reitender Commodus.

Dr. Hubert Russ

Römische Münzen - Sie haben Fragen?

Unser Team steht Ihnen für Fragen oder für einen unverbindlichen Beratungstermin jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 089-55278490, per E-Mail oder über unser Kontaktformular.


Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Künker-Team



 

Münzen,  die „metallenen Zeitungen“ im römischen Imperium

Die Münzen des römischen Kaiserreiches waren nicht nur Zahlungsmittel, sondern wurde als Massenmedium zu Propagandazwecken genutzt. Sie waren gleichsam die „metallenen Zeitungen“ des Imperiums, auf denen die Taten und militärischen Erfolge der Kaiser verewigt wurden.

In der späten Kaiserzeit sank der Wert und Edelmetallgehalt der römischen Münzen immer weiter ab. Dem versuchten Kaiser wie Diocletian (284-304) oder Konstantin der Große (308-337) mit Münzreformen und der Einführung neuer Nominale wie dem bronzenen Follis oder goldenen Solidus entgegenzuwirken.

Letztlich konnte jedoch weder der Verfall der Währung noch des Reiches aufgehalten werden. Mit Romulus Augustulus (475-476) erscheint der letzte Kaiser des weströmischen Reiches auf den römischen Münzen, bevor er von dem germanischen Offizier Odoaker abgesetzt wurde.

nach-rechts-mit-rosettendiadem-victoria-sitzt-nach-rechts-auf-panzer-und-schreibt-vot-xxx-auf-einen-von-einem-genius-gehaltenen-schild

Römische Kaiserzeit, Constantinus I., 306-337. Solidus, 335, Mzst. Nicomedia. Drapierte Büste nach rechts mit Rosettendiadem // Victoria sitzt nach rechts auf Panzer und schreibt VOT/XXX auf einen von einem Genius gehaltenen Schild.

gepanzerte-bueste-nach-rechts-mit-lorbeerkranz-gepanzerte-bueste-des-mars-mit-helm-nacht-rechts

Römische Kaiserzeit, Constantinus I., 306-337. Follis, 310/313, Mzst. Treveri. Gepanzerte Büste nach rechts mit Lorbeerkranz // Gepanzerte Büste des Mars mit Helm nach rechts.