Keltische Münzen (3.-1. Jahrhundert v. Chr.)

Die Volksbezeichnung Kelten geht auf den griechischen Geschichtsschreiber Herodot zurück, der die Stämme als keltoi = die Tapferen beschrieb. Sie lebten einst in ganz Europa, wobei es nie zu einer „keltischen Staatenbildung“, sondern allenfalls zu gelegentlich Zweckbündnissen der einzelnen Stämme kam.

Von der Türkei im Osten bis nach Irland im Nordwesten und Spanien im Südwesten bestimmten die keltische Kunst und Kultur das Leben der Menschen vom 5. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. Die Kelten besaßen keine eigene Schriftkultur, weshalb unser Wissen über sie weitestgehend aus der Feder ihrer griechischen und römischen Gegner stammt.

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Britannia. Iceni. Stater, Typ NO-Küste, 60/50 v. Chr. Stark stilisierter Apollokopf nach rechts // Stilisiertes Pferd nach rechts, oben die Arme des Wagenlenkers, in den Feldern zahlreiche Kugel-, Halbmond- und Kreisornamente.

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Münzprägung nach griechischem Vorbild

Die im späten 3. Jahrhundert v. Chr. einsetzende keltische Münzprägung ahmte griechische Vorbilder nach und interpretierte die Münzbilder neu. Sie entstand wohl als Reaktion auf den Kontakt mit den sich ausbreitenden griechischen Kolonien im Mittelmeerraum, die bereits über Geld verfügten, während in Gallien der Tauschhandel noch weit verbreitet war.

Regenbogenschüsselchen, die bekanntesten keltischen Goldmünzen

Im Laufe ihrer Geschichte verprägten die Kelten Gold, Silber, Bronze und Potin (Kupfer-Zinn-Legierung). Die bekanntesten keltischen Goldmünzen sind die sog. Regenbogenschüsselchen – kleine, tellerartige Prägungen mit abstrakten Symbolen und Mustern. Der Volksglaube meinte in den keltischen Münzbildern einen Regenbogen zu erkennen, weshalb diese Prägungen zu ihrem Namen kamen.

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Germanien, Stater, sog. Regenbogenschüsselchen, 50-25 v.Chr. Triskeles mit Blattkranz // Pyramide aus drei Doppelkreisen und fünf Punktkreisen.

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Vindeliker, Büschelquinar, 60-52 v.Chr. Wirbel // Stilisiertes Pferd links springend.

Regionale stilistische Unterschiede in der Münzprägung

Die einzelnen Siedlungsregionen (wie z.B. Britannia, Gallia oder Hispania) und Stämme (z.B. Vindeliker, Boier oder Carnuten) lassen sich anhand stilistischer Merkmale der Prägungen unterscheiden. Die keltische Münzprägung endet mit der Zeitenwende, als nahezu alle ehemals keltisch besiedelten Gebiete von den Römern unterworfen wurden.

Dr. Hubert Russ

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