Antike Münzen

Die antike Münzprägung umfasst die Zeit von den frühesten Erscheinungsformen der Münzen im 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum Frühmittelalter. Als Ausgangspunkt gilt die Landschaft Lydien in Kleinasien, im Westen der heutigen Türkei.

Das Primitivgeld der Vorgänger der antiken Münzen

Den ersten Münzen voraus gingen vormünzliche Zahlungsmittel, auch als Primitivgeld bezeichnet. Es handelte sich hierbei um Zahlungsmittel, die nicht als Münzen geformt waren und neben ihrem Tauschwert oft einen (symbolischen) Gebrauchswert besaßen. Hierzu zählt man Mineralgeld (v.a. aus Salz), Kakaogeld, Teeziegelgeld, Muschelgeld, Stoffgeld sowie Gerätegeld (Spangen-, Axt, Spaten- und Messergeld).

Erste antike Münzen im Mittelmeerraum

Die antike Münzprägung umfasst zunächst alle rund um das Mittelmeer lebenden Völker, allen voran die Griechen und die Römer sowie die benachbarte orientalische Reiche der Lyder, Perser, Parther und Sassaniden.

China, Spaten- und Messergeld

China, Spaten- und Messergeld

Antike Münzen Lydien

LYDIEN. Alyattes (610-561 v.Chr.). Elektron-1/12 Stater, 610/561 v. Chr., Sardeis. 1,17 g. Löwenkopf r. // Quadratum incusum.

Antike Münzen Baktrien

BAKTRIEN. Eukratides I. (171-135 v.Chr.). Tetradrachmon. 16,95 g. Gepanzerte Büste r. im indischen Helm mit Helmzier // Die Dioskuren, jeder mit Mütze, Lanze und geschultertem Palmzweig im Galopp r.

Hinzu kommen die Prägungen aus Baktrien, Indien, Karthago sowie die jüdischen Münzen. Von Spanien über das heutige Großbritannien und Frankreich, Süddeutschland und den Balkan bis in die Türkei finden sich die Münzen der Kelten. Nördlich davon wurden v.a. römische Prägungen von den Germanen imitiert.

Das byzantinische Reich entstand aus der Reichsteilung des römischen Reiches im Jahre 395 n.Chr. und umfasste die östliche Reichshälfte. Regiert wurde es von Byzanz aus, besser bekannt als Konstantinopel. Im Jahre 1453 wurde Byzanz von den Osmanen erobert, zu einer Zeit, die man im westlichen Europa als das dunkle Mittelalter bezeichnet.

V.a. die westliche Hälfte des römischen Reiches erlitt die Unbilden der sogenannten Völkerwanderung. Darunter versteht man im engeren Sinne die Migration v.a. germanischer Gruppen in Mittel- und Südeuropa, beginnend vom Einfall der Hunnen in Mitteleuropa um 375 n.Chr. bis zur Invasion der Langobarden in Italien im Jahre 568.

Antike Münzen Byzanz

BYZANZ. Anastasius (491-518). Solidus, 507, Constantinopolis, 3. Offizin. 4,47 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm, Speer und Schild // Victoria steht l. mit Christogramm-Stab, davor Stern.

Antike Münzen Vandalen

VANDALEN. Thrasamund (496-523). 50 Denarii, Carthago. 0,98 g. Drapierte Büste r. mit Diadem // Kranz, darin DN über L.

Antike Münzen Langobarden

LANGOBARDEN. Benevent. Arichis II. (758-787). Tremissis, 758/774. 1,25 g. Drapierte Büste v. v. mit Krone und Kreuzglobus // Kreuz, l. A.

Alle diese Gruppen benutzten bzw. imitierten das umlaufende römische und griechische Geld und interpretierten die Darstellungen auf den Münzen neu.

An Münzmetallen kannte man in der Antike Gold, Silber, Bronze, Kupfer, Messing sowie Elektron (eine natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierung) sowie Billon (eine Legierung aus Kupfer und Silber).

Dr. Hubert Russ

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